Die Geschichte der Haartransplantation - Teil 1

20 May 2019

Nach fast 100 Jahre langer Forschung erfreut sich die moderne Haartransplantation heute als eine der effektivsten Methoden für dauerhaften Haarersatz großer Beliebtheit. Im folgenden Artikel gehen wir auf die spannende Entwicklungsgeschichte ein und beleuchten die frühen Anfänge bis hin zu den modernen Methoden der heutigen Haartransplantationstechnik.

 

 

Es war einmal im frühen Japan...

Die Anfänge der Haarverpflanzung reichen bis in das Jahr 1930 zurück und haben ihren Ursprung in Japan. Dr. Sasegawa stellte dort erste Versuche vor, in denen er einzelne Haarschafte in die Haut eines Patienten setzte. Etwa neun Jahre später beschrieb der ebenfalls in Japan praktizierende Hautarzt Dr. Okuda eine Haartransplantations-Methode, die später als sogenannte Punch-Technik bekannt wurde.

Dabei entnahm Okuda bei seinen Patienten behaarte Stellen der Kopfhaut, um diese in vernarbte Gebiete von Augenbrauen oder auch von Oberlippen bei Verbrennungsopfern einzusetzen. Diese transplantierten Haare wuchsen nach einiger Zeit wie ganz normale Haare an.

Aus heutiger Sicht war diese Methode jedoch noch sehr primitiv und die erzielten Ergebnisse würden den heutigen Qualitätsstandards nicht mehr genügen.

 

Die Ursprünge der Strip-Technik

Das nächste Kapitel in der Geschichte der Haartransplantation wurde im Jahr 1943 aufgeschlagen. Auch hier war es wieder ein Japaner, der mit seinen Forschungsergebnissen auf sich aufmerksam machte. Der Dermatologe Dr. Tamura machte auf sich aufmerksam, indem er einer Frau einige kleinere Grafts, die nur ein bis drei Haare enthielten, einsetzte.

Diese Grafts gewann er durch das Herausschneiden eines spindelförmigen Streifens aus der behaarten Kopfhaut. Die Methode ähnelte schon sehr der bis heute angewandten Haartransplantations-Methode Strip-Technik. Tamura veröffentlichte diese Ergebnisse in diversen medizinischen Fachjournalen, welche jedoch aufgrund des Zweiten Weltkrieges in der westlichen Welt keinerlei Beachtung fanden.

 

Die Entdeckung eines New Yorker Arztes

Ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Haarverpflanzung wurde im Jahre 1959 gelegt. Der New Yorker Arzt Dr. Norman Orentreich fand heraus, dass es Stellen auf dem Kopf gibt, die von erblich bedingtem Haarausfall verschont bleiben. In der Regel sind dies Haare aus einem Kranz, der sich am Hinterkopf befindet. Aus diesem Haarkranz entnahm Orentreich Haarwurzeln, die er an kahlen Stellen wieder einpflanzte. Diese behielten im Gegensatz zu den bereits ausgefallenen Haaren ihre Langlebigkeit.

Das heißt, dass sie anwuchsen und an diesen Stellen auch auf Dauer erhalten blieben. Der amerikanische Mediziner stanzte mit Hilfe eines metallischen Zylinders vier Millimeter große Grafts aus dem Spenderbereich heraus und entfernte mit dem gleichen Zylinder im Empfängerbereich kahle Hautinseln.

In die entstandenen Löcher setzte er die Grafts ein, die dort auch zügig anwuchsen. Mit diesen Erkenntnissen begann das Zeitalter der kosmetischen Haartransplantationen, die von Ärzten rund um den gesamten Globus aufgenommen und von immer mehr Patienten in Anspruch genommen wurden. Die von Orentreich und Okuda entwickelten Methoden galten für die folgenden 30 Jahre als Standard, da es in dieser Zeitspanne der Geschichte der Haartransplantation keine nennenswerten Weiterentwicklungen gab.

 

Neuerungen in den 80er-Jahren

Bis in die 80er-Jahre hinein ließen sich bei den mit der Punch-Methode verpflanzten Haaren aber immer noch große Unterschiede zu einem natürlichen Haarwuchs ausmachen. Die neu gesetzten Haare waren relativ auffällig und wirkten oft sehr unnatürlich. In Fachkreisen wurde auch von einem Barbie- oder von einem Inseleffekt gesprochen.

Daher begannen verschiedene Mediziner, die vier Millimeter großen Grafts durch kleinere sogenannte Minigrafts (mit mindestens vier Haarfollikeln) zu ersetzen. Diese wurden später durch noch kleinere Micrografts (ein bis vier Haarfollikel) abgelöst. 

 

Prof. Dr. Carlos Oscar Uebel

Die bereits erwähnte Strip-Methode wurde in den 80er-Jahren erneut vom brasilianischen Wissenschaftler Prof. Dr. Carlos Oscar Uebel aufgenommen, der anstatt einzelner Grafts einen größeren zusammenhängenden Streifen in Form einer Spindel und mit Hilfe eines Skalpells aus dem Spenderbereich entnahm. Diesen Streifen zerteilte er in kleine Mini- und Micrografts, die er an den Empfängerstellen wiedereinsetzte.

 

Im nächsten Teil gehen wir auf die Entwicklung der Haartransplantation in den 90er Jahren bis heute ein.

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